Die deutsche Nationalmannschaft 2026: Mit Jürgen Klopp zurück zu alter Stärke?

Datum
22. August 2026
klopp trainer nationalmannscht

Es ist ein ungewöhnlicher Moment für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Der viermalige Weltmeister steckt seit Jahren in einer sportlichen Krise. Auf den WM-Triumph von 2014 folgten enttäuschende Turniere, frühe Ausfälle und immer wieder die Erkenntnis, dass Deutschland zwar über hervorragende Einzelspieler verfügt, daraus aber zu selten eine wirklich überzeugende Mannschaft entsteht.

Nun soll ausgerechnet einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Trainer der vergangenen Jahrzehnte für einen Neustart sorgen: Jürgen Klopp ist seit dem 15. August 2026 neuer Bundestrainer.

Die Erwartungen sind entsprechend groß. Aber kann Klopp tatsächlich das schaffen, was seinen Vorgängern nicht gelungen ist?

Von 2014 bis heute: Der lange Absturz nach dem WM-Titel

Wer sich an den Sommer 2014 erinnert, dürfte sich die aktuelle Situation kaum vorstellen können.

Deutschland wurde in Brasilien Weltmeister. Die Mannschaft von Joachim Löw spielte technisch starken, modernen Fußball und besiegte im Finale Argentinien durch das Tor von Mario Götze in der Verlängerung.

Es war der Höhepunkt einer Entwicklung, die mit dem deutschen Fußball-Reformkurs nach der Jahrtausendwende begonnen hatte.

Danach ging es allerdings kontinuierlich bergab.

Bei der Europameisterschaft 2016 erreichte Deutschland noch das Halbfinale. Zwei Jahre später folgte bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland jedoch der historische Tiefpunkt: Der amtierende Weltmeister schied bereits nach der Gruppenphase aus.

Auch bei der Europameisterschaft 2021 war bereits im Achtelfinale Schluss.

Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar wiederholte sich das Debakel von 2018. Deutschland scheiterte erneut bereits in der Vorrunde. Damit war das DFB-Team zum zweiten Mal hintereinander bei einer Weltmeisterschaft nach der Gruppenphase ausgeschieden.

Nach dem enttäuschenden Start unter Hansi Flick übernahm Julian Nagelsmann im September 2023 das Amt des Bundestrainers. Die Heim-Europameisterschaft 2024 brachte tatsächlich eine gewisse Trendwende.

Deutschland gewann das Eröffnungsspiel gegen Schottland mit 5:1, überzeugte über weite Strecken des Turniers und erreichte das Viertelfinale. Dort war gegen den späteren Europameister Spanien nach Verlängerung mit 1:2 Schluss.

Das war zweifellos eine Verbesserung – aber eben auch noch kein Titel.

Und dann kam die Weltmeisterschaft 2026.

WM 2026: Wieder ein frühes Aus

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sollte der große nächste Schritt unter Nagelsmann werden.

Stattdessen endete das Turnier erneut enttäuschend.

Deutschland schied gegen Paraguay im Sechzehntelfinale nach Elfmeterschießen mit 4:5 aus. Damit war für die deutsche Mannschaft bereits die erste K.-o.-Runde beendet. Kurz darauf trat Julian Nagelsmann als Bundestrainer zurück.

Für den deutschen Fußball ist das inzwischen mehr als eine schlechte Phase.

Seit dem Weltmeistertitel 2014 hat die Nationalmannschaft kein einziges großes Turnier mehr gewonnen. Bei den drei Weltmeisterschaften 2018, 2022 und 2026 kam Deutschland jeweils nicht über das Achtelfinale beziehungsweise die Vorrunde hinaus.

Der Anspruch des deutschen Fußballs liegt allerdings deutlich höher.

Hat der DFB Fehler gemacht?

Diese Frage wird zwangsläufig gestellt.

Und es wäre zu einfach, die Probleme ausschließlich den jeweiligen Bundestrainern zuzuschieben.

Nach dem WM-Titel 2014 blieb die Mannschaft über Jahre stark von der Generation um Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos, Thomas Müller und Mesut Özil geprägt. Gleichzeitig gelang es nicht immer, einen reibungslosen Übergang zur nächsten Generation zu schaffen.

Hinzu kamen häufige Wechsel auf wichtigen Positionen und teilweise widersprüchliche strategische Entscheidungen.

Joachim Löw blieb nach dem WM-Aus 2018 zunächst im Amt. Hansi Flick folgte 2021, wurde aber nach enttäuschenden Ergebnissen 2023 entlassen. Julian Nagelsmann übernahm anschließend – zunächst mit dem klaren Auftrag, Deutschland auf die Heim-EM 2024 vorzubereiten.

Auch strukturell stand der DFB immer wieder in der Kritik.

Die Nachwuchsarbeit produziert weiterhin hervorragende Fußballer. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie schnell diese Spieler an das internationale Spitzenniveau herangeführt werden.

Es wäre deshalb zu kurz gegriffen, von einem reinen Trainerproblem zu sprechen.

Der DFB muss gleichzeitig sportliche Führung, Nachwuchsarbeit, Scouting, Leistungsdiagnostik, Vereinskooperationen und die Entwicklung einer langfristigen Spielphilosophie zusammenbringen.

Genau hier könnte Jürgen Klopp interessant werden.

Warum ausgerechnet Jürgen Klopp?

Klopp bringt etwas mit, das in der aktuellen Situation besonders wertvoll sein könnte: Erfahrung darin, Mannschaften emotional zu erreichen und ihnen eine klare Identität zu geben.

Seine Trainerkarriere begann beim 1. FSV Mainz 05. Dort entwickelte er sich vom Zweitliga-Trainer zu einem der bekanntesten deutschen Fußballtrainer.

Bei Borussia Dortmund wurde Klopp endgültig zum internationalen Star. Zwischen 2008 und 2015 gewann er unter anderem zweimal die deutsche Meisterschaft und 2012 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.

2015 wechselte er zum FC Liverpool.

Dort wurde aus dem erfolgreichen Bundesliga-Trainer ein Welttrainer. Klopp gewann mit Liverpool unter anderem die Champions League 2019 und die englische Meisterschaft 2020. Nach neun Jahren verließ er den Klub 2024.

Anschließend arbeitete Klopp zunächst für Red Bull als „Global Head of Soccer“. Seine Aufgabe bestand darin, das internationale Fußballnetzwerk des Konzerns strategisch zu betreuen und unter anderem bei Trainer- und Spielerentwicklung mitzuwirken.

Nun also die Nationalmannschaft.

Der Wechsel wurde durch eine Vereinbarung zwischen dem DFB und Red Bull ermöglicht. Klopp unterschrieb beim DFB einen Vierjahresvertrag.

Klopp soll nicht nur Fußballspiele gewinnen

Interessant ist, dass Klopp bei seiner Vorstellung nicht ausschließlich über Taktik gesprochen hat.

Er sprach vielmehr über einen Neustart und darüber, dass erfolgreicher Fußball ein Land verändern könne. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Fans für die Nationalmannschaft.

Das könnte ein entscheidender Punkt sein.

Die deutsche Nationalmannschaft hat in den vergangenen Jahren nicht nur sportlich an Strahlkraft verloren. Auch die emotionale Verbindung zwischen Mannschaft und Fans ist schwächer geworden.

Klopp könnte versuchen, genau diese Verbindung wiederherzustellen.

Seine Stärke war bei Dortmund und Liverpool nie ausschließlich das taktische Konzept. Klopp konnte Mannschaften emotional aufladen. Er konnte Spieler davon überzeugen, dass sie gemeinsam etwas erreichen können.

Für einen Klub funktioniert das über viele Monate und Jahre.

Bei einer Nationalmannschaft ist die Situation schwieriger, weil ein Bundestrainer seine Spieler nur wenige Tage pro Länderspielperiode zur Verfügung hat.

Klopp muss deshalb schnell Vertrauen schaffen.

Die Mannschaft: Erfahrung trifft auf eine neue Generation

Personell ist die Ausgangslage durchaus interessant.

Deutschland besitzt weiterhin einige Spieler mit internationaler Spitzenklasse und großer Turniererfahrung.

Joshua Kimmich ist Kapitän und inzwischen einer der erfahrensten Spieler der Mannschaft. Auch Spieler wie Leon Goretzka und andere etablierte Nationalspieler können eine wichtige Rolle als Verbindung zwischen den Generationen übernehmen.

Gleichzeitig verfügt Deutschland über eine außergewöhnlich talentierte jüngere Generation.

Allen voran stehen Namen wie Jamal Musiala und Florian Wirtz.

Beide gehören bereits zum internationalen Spitzenfußball und sind trotz ihres vergleichsweise jungen Alters längst keine klassischen Talente mehr. Sie müssen vielmehr zu Führungsspielern der neuen Nationalmannschaft werden.

Dahinter kommen weitere interessante Spieler.

Aleksandar Pavlović hat sich im Mittelfeld etabliert. Angelo Stiller gilt als technisch und taktisch sehr interessanter Mittelfeldspieler. Lennart Karl gehört zu den jüngsten Hoffnungsträgern des deutschen Fußballs. Said El Mala machte bereits auf höchstem Niveau auf sich aufmerksam.

Auch Nick Woltemade hat sich in den vergangenen Jahren in den Fokus gespielt.

Der DFB verfügt also durchaus über die Voraussetzungen für einen Generationenwechsel.

Die Herausforderung besteht darin, daraus eine Mannschaft zu formen.

Nicht alles muss jung sein

Ein kompletter personeller Kahlschlag wäre vermutlich genauso falsch wie das Festhalten an alten Strukturen.

Klopp dürfte deshalb gut beraten sein, auf eine Mischung zu setzen.

Erfahrene Spieler können einer jungen Mannschaft Stabilität geben. Junge Spieler bringen Geschwindigkeit, Kreativität und Unbekümmertheit.

Die ideale deutsche Mannschaft der kommenden Jahre könnte deshalb aus drei Gruppen bestehen:

Erstens: erfahrene Führungsspieler wie Kimmich und andere etablierte Nationalspieler.

Zweitens: Spieler wie Musiala und Wirtz, die sportlich bereits Weltklassepotenzial besitzen und jetzt Verantwortung übernehmen müssen.

Drittens: die nächste Generation von Talenten, die unter Klopp Schritt für Schritt integriert werden soll.

Der entscheidende Punkt ist dabei: Junge Spieler sollten nicht nur als „Talente“ betrachtet werden. Wenn sie gut genug sind, müssen sie spielen.

Die Hoffnungsträger

Besonders interessant wird sein, welche jungen Spieler Klopp künftig in den Mittelpunkt stellt.

Jamal Musiala

Musiala ist trotz seines jungen Alters bereits einer der wichtigsten deutschen Fußballer. Seine Fähigkeiten im Dribbling und zwischen den Linien machen ihn zu einem außergewöhnlichen Spieler.

Nach Verletzungsproblemen wird entscheidend sein, dass er wieder dauerhaft seine beste Form erreicht.

Florian Wirtz

Wirtz gehört ebenfalls zu den großen Hoffnungsträgern. Seine Spielintelligenz, Technik und Kreativität machen ihn zu einem zentralen Baustein der deutschen Offensive.

Die Kombination Wirtz/Musiala könnte für Klopp ein wichtiges Element der zukünftigen Nationalmannschaft werden.

Aleksandar Pavlović

Der defensive Mittelfeldspieler steht beispielhaft für die neue Generation beim FC Bayern. Pavlović bringt technische Qualität und taktisches Verständnis mit und könnte langfristig eine wichtige Position im deutschen Mittelfeld besetzen.

Angelo Stiller

Stiller ist ein weiterer Spieler, der zeigt, dass die Bundesliga weiterhin hochwertige Mittelfeldspieler entwickelt. Seine Spielübersicht und Passqualität könnten besonders interessant für eine Mannschaft sein, die Spiele kontrollieren möchte.

Said El Mala

Der junge Offensivspieler gehört zu den Namen, die Fans künftig häufiger hören könnten. Er steht für eine neue Generation von schnellen, technisch starken deutschen Angreifern.

Lennart Karl

Karl ist ein besonders spannender Fall.

Der junge Bayern-Spieler hat bereits sehr früh auf sich aufmerksam gemacht. Seine Entwicklung wird deshalb genau beobachtet werden.

Gerade für Klopp könnte die Förderung solcher Spieler ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit werden.

Was Klopp taktisch verändern könnte

Natürlich ist es viel zu früh, Klopps taktische Ausrichtung für die Nationalmannschaft vorherzusagen.

Sein Name steht allerdings traditionell für einige bestimmte Eigenschaften:

  • hohes Pressing
  • schnelles Umschaltspiel
  • intensive Laufarbeit
  • aggressives Verteidigen
  • klare Rollenverteilung
  • emotionale Führung
  • hohes Tempo

Interessant wird deshalb sein, ob Klopp sein klassisches Konzept tatsächlich auf die Nationalmannschaft überträgt.

Denn Deutschland besitzt mit Spielern wie Wirtz, Musiala, Kimmich oder Pavlović auch die Qualität, Spiele über Ballbesitz und technische Überlegenheit zu kontrollieren.

Klopp muss also möglicherweise seinen eigenen Fußball etwas anpassen.

Und genau das dürfte eine seiner spannendsten Aufgaben werden.

Die Abwehr: Klopps vielleicht wichtigste Baustelle

Bei allen Diskussionen über Musiala, Wirtz, Havertz und die nächste Generation sollte ein Bereich nicht übersehen werden: Die deutsche Nationalmannschaft braucht wieder eine verlässliche defensive Achse.

Gerade in den vergangenen Jahren war die Abwehr immer wieder ein Problem. Deutschland hatte zwar meist genügend Ballbesitz und offensiv herausragende Einzelspieler, ließ aber zu häufig defensive Stabilität und Konsequenz vermissen. Für eine Mannschaft, die bei großen Turnieren weit kommen möchte, ist das gefährlich.

Jürgen Klopp dürfte deshalb besonderes Augenmerk auf die Innenverteidigung legen.

Jonathan Tah als Abwehrchef?

Eine zentrale Rolle könnte dabei Jonathan Tah übernehmen.

Der 30-Jährige bringt inzwischen genau die Kombination mit, die einer jungen Mannschaft helfen kann: internationale Erfahrung, körperliche Präsenz und die Erfahrung aus zahlreichen Spielen auf höchstem Niveau. Tah spielt beim FC Bayern München und ist dort ebenfalls als wichtiger Bestandteil der Defensive etabliert.

Auch für die Nationalmannschaft hat seine Bedeutung zuletzt zugenommen. Bei der Weltmeisterschaft 2026 gehörte Tah zur deutschen Abwehr und erzielte im März 2026 gegen die Schweiz sogar sein erstes Länderspieltor.

Besonders bemerkenswert: Nach dem WM-Aus gegen Paraguay war es ausgerechnet Tah, dessen Kopfballtor in der Verlängerung nach VAR-Überprüfung aberkannt wurde. Jürgen Klopp kritisierte die Entscheidung anschließend ungewöhnlich deutlich.

Ob Tah unter Klopp tatsächlich zum unumstrittenen Abwehrchef wird, ist natürlich noch offen. Vieles spricht jedoch dafür, dass er eine zentrale Rolle in der neuen Defensive übernehmen könnte. Auch FIFA nennt Tah ausdrücklich als mögliche defensive Option für Klopp.

Tah selbst blickt offenbar optimistisch auf den Neuanfang. Im Juli bezeichnete er die bevorstehende Zusammenarbeit mit Klopp als „neues Kapitel“.

Wer spielt neben Tah?

Hier wird es spannend.

Mit Nico Schlotterbeck steht ein weiterer international erfahrener Innenverteidiger zur Verfügung. Dazu kommen jüngere Spieler, die sich in den kommenden Jahren für die Nationalmannschaft empfehlen können.

Klopp hat damit mehrere Möglichkeiten. Er könnte auf eine erfahrene Innenverteidigung setzen oder gezielt einen jüngeren Spieler neben Tah aufbauen.

Gerade für die langfristige Entwicklung wäre die zweite Variante interessant.

Denn wenn Tah tatsächlich die Rolle des Abwehrchefs übernimmt, könnte er gleichzeitig zum Mentor für die nächste Generation werden. Ein solcher Mix aus Erfahrung und Nachwuchs wäre für die deutsche Mannschaft durchaus sinnvoll.

Warum die Defensive für Klopps Fußball so wichtig ist

Klopps Fußball lebt traditionell von intensivem Pressing und einer hoch stehenden Mannschaft.

Das funktioniert allerdings nur, wenn die Defensive auch mit dem Risiko eines solchen Spielsystems umgehen kann.

Verliert Deutschland den Ball weit vorne, müssen die Innenverteidiger große Räume absichern. Sie benötigen deshalb nicht nur Kopfball- und Zweikampfstärke, sondern auch Geschwindigkeit, Antizipation und ein gutes Aufbauspiel.

Das macht die Besetzung der Abwehr zu einer der interessantesten Personalfragen der kommenden Jahre.

Deutschland hat mit Tah, Schlotterbeck und weiteren Kandidaten durchaus Möglichkeiten. Entscheidend wird aber sein, ob Klopp daraus eine feste defensive Hierarchie entwickeln kann.

Und genau das könnte am Ende einen größeren Einfluss auf den Erfolg der Nationalmannschaft haben als die Frage, ob im offensiven Mittelfeld ein weiterer Superstar aufläuft.

Denn die deutsche Nationalmannschaft hat mittlerweile wieder reichlich Talent für spektakulären Fußball.

Was sie dringend braucht, ist eine Defensive, die dafür sorgt, dass dieser Fußball auch bei großen Turnieren funktioniert.

Die nächsten Aufgaben: Nations League 2026/27

Viel Zeit zum Kennenlernen bleibt Klopp nicht.

Die ersten Pflichtspiele stehen bereits im September an.

Deutschland spielt in der Nations League 2026/27 in einer Gruppe mit den Niederlanden, Griechenland und Serbien.

Der Auftakt findet am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande statt.

Danach folgen:

27. September 2026: Deutschland – Griechenland, Augsburg

1. Oktober 2026: Deutschland – Serbien, München

4. Oktober 2026: Griechenland – Deutschland, Thessaloniki

13. November 2026: Serbien – Deutschland

16. November 2026: Deutschland – Niederlande, Berlin

Alle Partien sind derzeit für 20:45 Uhr angesetzt.

Damit bekommt Klopp bereits unmittelbar nach seinem Amtsantritt die Gelegenheit, seine Vorstellungen umzusetzen.

Besonders interessant wird das erste Spiel in Amsterdam.

Die Niederlande sind ein attraktiver, spielstarker Gegner – und damit gleich ein ziemlich guter Test dafür, ob Klopp tatsächlich neue Energie in die Mannschaft bringen kann.

Und danach?

Die Nations League ist mehr als eine Ansammlung von Testspielen.

Deutschland spielt in League A. Der Gruppensieger qualifiziert sich für die nächste Runde, wobei das Format der Nations League inzwischen auch Viertelfinalspiele vorsieht. Die entscheidenden Partien der Saison 2026/27 finden im Frühjahr und Sommer 2027 statt.

Danach richtet sich der Blick bereits auf die Europameisterschaft 2028.

Für Klopp ist das ein wichtiges Ziel.

Der nächste große Titel soll nicht irgendwann erreicht werden. Die EURO 2028 dürfte der erste wirklich große Prüfstein der Klopp-Ära werden.

Adidas geht – Nike kommt

Auch außerhalb des Spielfelds beginnt eine neue Ära.

2026 ist das letzte Jahr, in dem die deutsche Nationalmannschaft von adidas ausgerüstet wird.

Ab 2027 übernimmt Nike.

Damit endet eine Partnerschaft, die rund 70 Jahre bestand und untrennbar mit der Geschichte des deutschen Fußballs verbunden war.

Die deutsche Nationalmannschaft gewann alle vier Weltmeistertitel und alle drei Europameisterschaften in adidas-Trikots.

Der neue Vertrag mit Nike läuft von 2027 bis 2034 und umfasst sämtliche Nationalmannschaften des DFB. Der DFB begründete die Entscheidung unter anderem mit dem wirtschaftlich deutlich attraktiveren Angebot und den Entwicklungsmöglichkeiten für den deutschen Fußball.

Der Wechsel war entsprechend emotional diskutiert worden.

Sportlich verändert er zunächst wenig.

Symbolisch ist er trotzdem enorm.

Der deutsche Fußball beginnt damit nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und organisatorisch ein neues Kapitel.

Wo kann man die Nationalmannschaft sehen?

Für Fans gibt es zumindest bei den kommenden Nations-League-Spielen eine gute Nachricht: Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bleiben im frei empfangbaren Fernsehen.

ARD und ZDF haben über SportA umfangreiche Medienrechte an den Länderspielen der Männer bis 2028 erworben. Gleichzeitig besitzt RTL ein umfangreiches UEFA-Rechtepaket und zeigt ebenfalls einen Teil der deutschen Länderspiele bis 2028.

Für die Nations League 2026/27 ist die Verteilung der deutschen Spiele bereits konkret:

  • 24.09.2026 Niederlande – Deutschland: RTL
  • 27.09.2026 Deutschland – Griechenland: ARD
  • 01.10.2026 Deutschland – Serbien: ZDF
  • 04.10.2026 Griechenland – Deutschland: RTL
  • 13.11.2026 Serbien – Deutschland: RTL
  • 16.11.2026 Deutschland – Niederlande: ARD

Die Begegnungen werden jeweils um 20:45 Uhr angepfiffen.

Damit bleibt die Nationalmannschaft im Gegensatz zu vielen Bundesliga-Spielen grundsätzlich ohne zusätzliches Pay-TV-Abonnement live erreichbar.

Ein Bundestrainer mit ungewöhnlich großem Namen

Jürgen Klopp ist sicherlich kein gewöhnlicher Bundestrainer.

Er ist einer der wenigen deutschen Trainer, die sowohl national als auch international eine außergewöhnliche Reputation besitzen.

Mainz 05 machte ihn zum Bundesliga-Trainer.

Borussia Dortmund machte ihn zum deutschen Meister und Pokalsieger.

Liverpool machte ihn zum Champions-League-Sieger und englischen Meister.

Nun soll er Deutschland wieder zu einer großen Fußballnation machen.

Das Interessante dabei: Klopp übernimmt nicht eine Mannschaft ohne Qualität.

Im Gegenteil.

Deutschland besitzt Weltklassespieler, außergewöhnliche Talente, eine große Fußballtradition und eine der stärksten Vereinslandschaften der Welt.

Was in den vergangenen Jahren fehlte, war vor allem die Verbindung dieser Einzelteile zu einer Mannschaft, die bei großen Turnieren auch dann funktioniert, wenn der Druck steigt.

Die große Hoffnung: Klopp schafft wieder Begeisterung

Niemand kann heute sagen, ob Jürgen Klopp tatsächlich der Trainer sein wird, der Deutschland wieder zu einem Titel führt.

Dafür ist seine Amtszeit noch viel zu jung.

Aber er bringt etwas mit, das die Nationalmannschaft dringend gebrauchen kann: Hoffnung.

Nicht die Hoffnung, dass ein einzelner Trainer plötzlich alle Probleme löst.

Sondern die Hoffnung auf eine Mannschaft, die wieder mit Energie, Selbstvertrauen und Begeisterung auftritt.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob Klopp die richtige Mischung findet.

Er muss erfahrene Spieler integrieren, junge Talente entwickeln, Stars wie Musiala und Wirtz zu Führungsspielern machen und gleichzeitig eine taktische Identität schaffen, die zu den vorhandenen Spielern passt.

Und er muss vor allem eines erreichen:

Deutschland soll wieder eine Mannschaft sein, gegen die niemand gerne spielt.

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