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Stundensatz berechnen: Diese Kosten werden oft vergessen

Datum
3. November 2026
titel ueberschrift h112

Wer sich selbstständig macht, muss früher oder später seinen Stundensatz berechnen. Viele orientieren sich dabei am gewünschten Einkommen oder an den Preisen der Konkurrenz. Doch ein wirtschaftlich sinnvoller Stundensatz muss deutlich mehr berücksichtigen.

Nicht jede Arbeitsstunde ist abrechenbar

Ein häufiger Fehler besteht darin, mit 40 abrechenbaren Stunden pro Woche zu kalkulieren. Tatsächlich fallen zahlreiche Aufgaben an, für die Kunden nicht direkt bezahlen: Buchhaltung, Kundengewinnung, Angebotserstellung, Weiterbildung und Verwaltung.

Auch Urlaub, Feiertage und Krankheit reduzieren die verfügbare Arbeitszeit. Entscheidend ist deshalb nicht die gesamte Arbeitszeit, sondern die Anzahl der Stunden, die tatsächlich in Rechnung gestellt werden können.

Betriebskosten vollständig erfassen

Neben dem gewünschten Unternehmerlohn müssen auch sämtliche betrieblichen Ausgaben gedeckt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Büromiete und Arbeitsplatzausstattung
  • Software, Internet und Telefon
  • Versicherungen und Mitgliedschaften
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Buchhaltung und Steuerberatung
  • Rücklagen für betriebliche Investitionen

Auch persönliche Vorsorge und Steuern sollten bei der Planung berücksichtigt werden. Wichtig ist, alle Positionen nachvollziehbar zu kalkulieren und Doppelzählungen zu vermeiden.

Beispiel: 48 oder 60 Euro pro Stunde?

Angenommen, ein Selbstständiger benötigt jährlich 48.000 Euro, um seine geplanten Kosten, den Unternehmerlohn und sein Gewinnziel abzudecken.

Bei 1.000 abrechenbaren Stunden ergibt sich:

48.000 Euro ÷ 1.000 Stunden = 48 Euro pro Stunde.

Sind tatsächlich nur 800 Stunden abrechenbar, steigt der notwendige Stundensatz auf 60 Euro.

Das Beispiel zeigt, wie stark die Auslastung die Kalkulation beeinflusst. Die Beträge verstehen sich ohne Umsatzsteuer.

Stundensatz regelmäßig überprüfen

Ein einmal berechneter Stundensatz sollte nicht dauerhaft unverändert bleiben. Steigende Betriebskosten, veränderte Auftragslagen oder zusätzliche Investitionen können eine Anpassung erforderlich machen.

Hilfreich ist eine strukturierte Berechnung, bei der sich verschiedene Annahmen vergleichen lassen. Dafür kann beispielsweise der Stundenverrechnungssatz-Rechner von Firmenplan › genutzt werden.

Fazit

Ein tragfähiger Stundensatz entsteht nicht durch Schätzen, sondern durch eine realistische Kalkulation. Wer Betriebskosten, abrechenbare Stunden und das gewünschte Einkommen berücksichtigt, schafft eine solide Grundlage für seine Preisgestaltung und die langfristige Wirtschaftlichkeit der Selbstständigkeit.

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