Stromfresser im Haushalt: Welche Geräte verbrauchen wirklich viel Energie?
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Der Fernseher läuft ein paar Stunden am Abend. Der Kühlschrank dagegen läuft Tag und Nacht. Trotzdem würde man vermutlich nicht sofort den Kühlschrank als Stromfresser Nummer eins vermuten.
Und dann gibt es da noch den Gaming-PC ...
Wenn Du herausfinden möchtest, welche Geräte im Haushalt wirklich viel Strom verbrauchen, lohnt sich ein Blick auf den tatsächlichen Jahresverbrauch. Denn die Wattzahl allein sagt erstaunlich wenig aus.
Als grobe Rechengröße verwenden wir in diesem Artikel 37 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht dem durchschnittlichen Strompreis für Haushalte in Deutschland im Jahr 2026. Dein persönlicher Tarif kann natürlich deutlich davon abweichen.
Was sind eigentlich Stromfresser?
Ein Gerät mit hoher Leistung ist nicht automatisch ein großer Stromverbraucher.
Ein Wasserkocher kann beispielsweise mit 2.000 Watt oder mehr arbeiten. Allerdings läuft er vielleicht fünf Minuten am Tag. Ein Kühlschrank benötigt dagegen vergleichsweise wenig Leistung, ist aber 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr eingeschaltet.
Für die Stromrechnung zählt deshalb vor allem:
Leistung × Nutzungsdauer = Stromverbrauch
Und genau hier beginnen einige Überraschungen.
Stromfresser im Haushalt: Der große Vergleich
Die folgenden Werte sind typische Größenordnungen und keine Garantie für jedes einzelne Gerät. Alter, Größe, Energieeffizienz und vor allem die Nutzung können den tatsächlichen Verbrauch deutlich verändern.
| Gerät | typischer Jahresverbrauch | Kosten bei 37 ct/kWh |
|---|---|---|
| Kühlschrank | ca. 100–150 kWh | ca. 37–56 € |
| Waschmaschine | ca. 150–200 kWh | ca. 56–74 € |
| Wärmepumpentrockner | ca. 150–200 kWh | ca. 56–74 € |
| Geschirrspüler | ca. 200–250 kWh | ca. 74–93 € |
| Fernseher | ca. 120–180 kWh | ca. 44–67 € |
| Desktop-PC | ca. 300–600 kWh | ca. 111–222 € |
| High-End-Gaming-PC | 380+ kWh möglich | 140+ € |
Die Vergleichswerte stammen unter anderem aus Angaben der Verbraucherzentrale. Beim Gaming-PC wird es besonders interessant: Ein leistungsstarker Rechner kann bereits im normalen Betrieb rund 300 Watt oder mehr benötigen. Bei 3,5 Stunden Gaming pro Tag kommen so mehr als 380 kWh im Jahr zusammen.
Und damit kann der Gaming-PC tatsächlich deutlich mehr Strom verbrauchen als der Fernseher.
1. Kühlschrank: klein in Watt, groß über das Jahr
Der Kühlschrank ist ein schönes Beispiel dafür, warum die reine Leistungsaufnahme täuschen kann.
Ein modernes, effizientes Gerät kann mit relativ wenig Strom auskommen. Es läuft aber praktisch ständig. Bei einem mittelgroßen Kühlschrank ohne Gefrierfach liegen effiziente Geräte teilweise unter 100 kWh pro Jahr. Kühl-Gefrierkombinationen benötigen entsprechend mehr.
Bei alten Geräten sieht die Rechnung allerdings ganz anders aus.
Ein älterer Kühlschrank kann mehrere hundert Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. Die Verbraucherzentrale nennt beispielsweise alte Kühl-Gefrierkombinationen mit rund 400 kWh Jahresverbrauch, während effiziente Neugeräte teilweise bei höchstens etwa 150 kWh liegen.
Das ist ein Unterschied von 250 kWh – und damit bei 37 Cent rund 93 Euro pro Jahr.
Hier kann sich ein Austausch tatsächlich lohnen.
2. Gefrierschrank: läuft ebenfalls rund um die Uhr
Auch der Gefrierschrank gehört zu den Geräten, bei denen die permanente Betriebszeit ins Gewicht fällt.
Allerdings lässt sich hier schwer ein allgemeingültiger Durchschnitt nennen. Größe, Bauart, Alter und Isolierung spielen eine große Rolle.
Eine Gefriertruhe ist beispielsweise meist sparsamer als ein vergleichbarer Gefrierschrank. Und ein riesiges Gerät, das halb leer vor sich hin friert, ist energetisch natürlich wenig sinnvoll. Die Verbraucherzentrale empfiehlt als grobe Orientierung etwa 50 bis 80 Liter Nutzinhalt pro Person.
Auch hier gilt deshalb: Nicht nur auf die Energieeffizienzklasse schauen, sondern auf den konkreten Jahresverbrauch auf dem Energielabel.
3. Wäschetrockner: der unterschätzte Stromfresser
Wenn es um einzelne Haushaltsgeräte geht, gehört der Wäschetrockner ganz nach oben auf die Liste.
Die Verbraucherzentrale bezeichnet Wäschetrockner als besonders stromintensiv. Wärmepumpentrockner sind dabei deutlich effizienter als ältere Kondenstrockner.
Noch deutlicher wird der Unterschied bei alten Geräten.
co2online vergleicht beispielsweise einen effizienten Trockner mit rund 156 kWh pro Jahr mit einem ineffizienten Altgerät mit etwa 485 kWh. Bei 40 Cent pro kWh waren das rund 62 beziehungsweise 194 Euro pro Jahr.
Bei heutigen Strompreisen fällt die Differenz sogar noch etwas höher aus.
Wenn Du also regelmäßig trocknest, lohnt sich ein Blick auf den Verbrauch Deines Geräts besonders.
4. Waschmaschine: Nicht jede neue Maschine spart automatisch viel
Waschmaschinen sind inzwischen ziemlich effizient geworden.
Ein modernes Gerät kann bei ungefähr 137 kWh pro Jahr liegen, während ein ineffizienteres Gerät bei rund 205 kWh liegen kann – jeweils bei einer angenommenen Nutzung von 220 Waschgängen.
Das entspricht bei 37 Cent etwa 51 beziehungsweise 76 Euro pro Jahr.
Der Unterschied ist also vorhanden, aber nicht dramatisch.
Und genau deshalb ist die Frage interessant, ob man eine funktionierende Waschmaschine wirklich ersetzen sollte, nur weil ein neueres Modell etwas weniger Strom verbraucht.
Dazu später mehr.
5. Geschirrspüler: überraschend weit oben
Der Geschirrspüler wird beim Thema Stromverbrauch gerne vergessen.
Dabei liegt ein typischer Verbrauch durchaus bei etwa 200 bis 250 kWh pro Jahr. Das wären bei 37 Cent rund 74 bis 93 Euro.
Allerdings hängt viel davon ab, wie häufig die Maschine läuft und wie sie beladen wird.
Eine voll beladene Maschine im sparsamen Programm ist wesentlich sinnvoller als eine halb leere Maschine, die täglich läuft.
Die Verbraucherzentrale weist außerdem darauf hin, dass moderne Geschirrspüler eine volle Ladung mit weniger als zehn Litern Wasser reinigen können.
6. Fernseher? Gar nicht so schlimm.
Jetzt kommen wir zur eingangs gestellten Frage:
Ist der Fernseher der große Stromfresser?
Eher nicht.
Ein moderner 55-Zoll-LED-Fernseher liegt laut Vergleichswerten ungefähr bei 120 bis 180 kWh pro Jahr. Das sind bei 37 Cent etwa 44 bis 67 Euro.
Natürlich kann ein Fernseher deutlich mehr verbrauchen, wenn er täglich viele Stunden läuft. Ein riesiger Bildschirm mit hoher Helligkeit ist ebenfalls nicht mit einem kleinen, sparsamen Gerät vergleichbar.
Aber der klassische Fernseher ist nicht automatisch der schlimmste Stromfresser im Wohnzimmer.
7. Gaming-PC
Beim Gaming-PC sieht die Sache anders aus.
Ein leistungsstarker Gaming-PC kann während des Spielens 300 Watt oder mehr benötigen. Bei 3,5 Stunden Nutzung täglich kommt man damit auf mehr als 380 kWh im Jahr – also über 140 Euro Stromkosten bei 37 Cent pro kWh.
Und dabei ist der Monitor noch nicht unbedingt eingerechnet.
Wer also jeden Abend mehrere Stunden spielt, kann mit seinem Gaming-Setup durchaus mehr Strom verbrauchen als mit dem Fernseher, der daneben steht.
Das ist eines dieser kleinen Aha-Erlebnisse beim Thema Stromfresser.
Und was ist mit Standby?
Hier gehen die Meinungen auseinander.
Ein einzelnes modernes Gerät verbraucht im Standby normalerweise nicht besonders viel. Nach EU-Vorgaben dürfen viele Geräte im Standby nur noch bis zu 0,5 Watt benötigen. Bei netzwerkverbundenen Geräten wie Spielekonsolen, Smart Speakern oder bestimmten Set-Top-Boxen gelten diese Grenzen allerdings nicht in gleicher Weise.
Rechnen wir einmal mit 0,5 Watt rund um die Uhr:
0,5 Watt × 8.760 Stunden = 4,38 kWh pro Jahr
Das sind gerade einmal rund 1,60 Euro.
Standby bei einem einzelnen Gerät ist also kein Grund, in Panik den Sicherungskasten auszuschalten.
Anders sieht es aus, wenn sich im Haushalt zehn oder zwanzig Geräte permanent im Bereitschaftsbetrieb befinden. Und manche Geräte benötigen deutlich mehr als 0,5 Watt.
Ein Gerät mit durchschnittlich 10 Watt Dauerverbrauch verursacht bereits rund 32 Euro Stromkosten pro Jahr.
Wann lohnt sich ein neues Gerät?
Das ist vielleicht die spannendste Frage.
Soll man ein funktionierendes Gerät ersetzen, nur weil das neue Modell weniger Strom verbraucht?
Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.
Nehmen wir einen alten Kühlschrank:
- alter Kühlschrank: 400 kWh/Jahr
- neuer Kühlschrank: 150 kWh/Jahr
- Ersparnis: 250 kWh/Jahr
- bei 37 Cent: rund 93 Euro Ersparnis pro Jahr
Kostet der neue Kühlschrank beispielsweise 700 Euro, würde sich der reine Kaufpreis rechnerisch nach etwa 7,5 Jahren über die eingesparten Stromkosten amortisieren.
Das klingt zunächst interessant.
Aber die Rechnung ist natürlich nicht komplett. Der neue Kühlschrank kostet Geld, der alte könnte noch mehrere Jahre funktionieren und auch der Strompreis kann sich verändern.
Deshalb sollte man nicht einfach sagen: „Neues Gerät = automatisch besser.“
Gerade bei Waschmaschinen oder Geschirrspülern kann das Einsparpotenzial vergleichsweise klein sein. Bei einem uralten Kühlschrank oder einem alten, stromhungrigen Trockner kann die Rechnung dagegen ganz anders aussehen. Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich ein Austausch insbesondere bei alten Kühl- und Gefriergeräten lohnen kann, während das Sparpotenzial bei Wasch- und Spülmaschinen häufig geringer ist.
Der beste Stromspar-Tipp: Erst messen, dann entscheiden
Bevor Du jetzt anfängst, Deine halbe Wohnung auszutauschen, gibt es einen viel besseren ersten Schritt:
Miss den tatsächlichen Verbrauch.
Ein einfaches Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zeigt, wie viel Strom tatsächlich verbraucht wird. Viele Verbraucherzentralen, Energieberatungen und Klimaschutzagenturen verleihen solche Geräte sogar.
Das ist besonders interessant bei:
- altem Kühlschrank
- Gefrierschrank
- Trockner
- Fernseher
- Gaming-PC
- Hi-Fi-Anlage
- Büro-PC
- Geräten mit auffälligem Standby-Verbrauch
Bei Geräten, die nur gelegentlich laufen, solltest Du möglichst über einen längeren Zeitraum messen. Bei Kühlschrank oder Gefrierschrank ist beispielsweise eine Messung über mehrere Tage wesentlich aussagekräftiger als ein kurzer Blick auf die momentane Leistungsaufnahme.
Das kleine Stromfresser-Fazit
Der größte Stromfresser ist nicht automatisch das Gerät mit der höchsten Wattzahl.
Ein Fernseher kann mit relativ wenig Strom auskommen. Ein Kühlschrank benötigt ebenfalls keine spektakuläre Leistung – läuft dafür aber permanent. Ein Gaming-PC kann dagegen während des Betriebs ordentlich Energie ziehen. Und der Wäschetrockner bleibt einer der interessantesten Kandidaten, wenn es ums Sparen geht.
Wenn Du wirklich Strom sparen möchtest, solltest Du deshalb nicht bei den kleinsten Geräten anfangen.
Ein Ladegerät mit ein paar Watt ist selten das große Problem.
Ein zehn Jahre alter Kühlschrank, ein alter Trockner oder ein täglich mehrere Stunden laufender Gaming-PC sind da schon deutlich interessanter.
Und bevor Du ein funktionierendes Gerät auf den Sperrmüll stellst, lohnt sich eine einfache Rechnung:
Wie viel Strom verbraucht mein altes Gerät tatsächlich? Was würde ein neues Gerät verbrauchen? Und wann hätte ich die Anschaffungskosten durch die Ersparnis wieder heraus?
Genau diese Rechnung ist oft wesentlich hilfreicher als die Aufschrift „besonders energiesparend“ auf der Verpackung.