Heizkosten sparen: So überlebt dein Konto die nächste Heizperiode
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Es ist Ende September, die Nächte sind kühl, und irgendwann zwischen “Mir ist doch nicht kalt” und “Warum wird die Bude nicht warm?” beginnt sie wieder: die Heizperiode. Offiziell läuft die vom 1. Oktober bis zum 30. April, so hat es sich zumindest in der Praxis bei Vermietern und Hausverwaltungen eingebürgert – gesetzlich festgeschrieben ist dieser Zeitraum allerdings nicht (heizguru.info). Und in diesem Jahr lohnt es sich mehr denn je, vorher kurz auf die Zahlen zu schauen. Denn die aktuelle Heizkostenprognose von co2online zeigt ein ziemlich gespaltenes Bild: Wer mit Heizöl heizt, soll laut der Prognose vom 22. September satte 24 Prozent mehr zahlen – 1.275 Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung. Wer mit Erdgas heizt, kommt dagegen mit vier Prozent weniger davon. Kurios, aber wahr.
Was das Heizen 2026 wirklich kostet
Die Beispielrechnung der Experten gilt für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus. Die Spreizung ist beachtlich:
| Erdgas | 1.170 € | 1.120 € | −4 % |
| Heizöl | 1.030 € | 1.275 € | +24 % |
| Fernwärme | 1.265 € | 1.310 € | +1 % |
| Wärmepumpe | 715 € | 735 € | +3 % |
| Holzpellets | 735 € | 860 € | +17 % |
Die Wärmepumpe bleibt damit dauerhaft der günstigste Weg, während Holzpellets wegen knapper Rohstoffe und schwacher Baukonjunktur deutlich anziehen. Und langfristig wird fossil geheizt ohnehin nicht billiger: Bis 2045 könnten sich die Kosten für Gas- und Ölheizungen mehr als verdoppeln – wegen steigender CO₂-Preise, höherer Netzentgelte und gesetzlich vorgeschriebener Beimischungen.
Heizkosten sparen: die schnellsten Hebel
Die gute Nachricht: Rund 90 Prozent aller Haushalte haben laut co2online noch Sparpotenzial, im Schnitt 465 Euro pro Jahr. Und dafür musst du nicht mal eben die Fassade dämmen.
Temperatur runter, Verstand an
Die Faustregel ist so simpel wie wirksam: Ein Grad weniger senkt den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent. Deine Wohlfühltemperaturen sehen so aus – Wohnzimmer 19 bis 20 Grad, Küche 19 Grad, Bad 21 Grad, Schlafzimmer 17 Grad (co2online). Klingt frisch, ist aber genau der Bereich, in dem sich Sparen und Nicht-Erfrieren treffen. Wichtig: Lass die Wohnung nicht komplett auskühlen. Kalte Wände und Möbel sind die beste Einladung für Schimmel – und ein Sanierungsfall kostet mehr als jede Heizrechnung.
Stoßlüften statt Fenster-Dauerkippen
Fenster auf Kipp über den ganzen Tag ist keine Lüftung, das ist Wärmeverschwendung mit Aussicht. Richtig ist Stoßlüften: Fenster weit auf, kurz durchziehen lassen, wieder zu – und währenddessen das Thermostat runterdrehen. Wer morgens aus dem Haus geht und nachts im Bett liegt, muss außerdem nicht die gleiche Temperatur fahren wie abends auf dem Sofa.
Stufe 5 ist kein Turbo
Ein Klassiker: Es ist kalt, also dreht man das Thermostat voll auf. Bringt nur nichts. Stufe 3 entspricht ungefähr 20 Grad – und Stufe 5 macht den Heizkörper keinen Deut schneller warm. Was dagegen wirklich hilft: Sofa und Vorhänge weg vom Heizkörper, Wäscheständer nicht als Wärmedecke davor, Heizungsrohre in unbeheizten Räumen dämmen. Und bevor die Anlage in den Winter geht, einmal alle Heizkörper prüfen – werden sie gleichmäßig warm? Gluckert es? Stimmen Uhrzeit und Heizprogramm?
Was sich 2026 gesetzlich geändert hat
Hier wird es trocken, aber teuer: Seit dem 1. Januar 2026 liegt die CO₂-Abgabe bei bis zu 65 Euro pro Tonne statt 55 Euro. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas sind das je nach Sanierungsstand 263 bis 311 Euro zusätzlich im Jahr, bei 2.000 Litern Heizöl sogar 349 bis 412 Euro. Die Gasspeicherumlage ist zwar weggefallen, dafür ziehen die Netzentgelte für Gas um etwa 10 bis 12 Prozent an. Und das bisherige Gebäudeenergiegesetz heißt jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz – Details zur 65-Prozent-Regel sind noch offen (intelligent-heizen.info). Übersetzt: Der Rahmen bewegt sich, deine Heizung muss damit klarkommen.
Und dann ist da noch die Uhr
Kleiner Bonus für alle, die den Herbst sowieso schon spüren: Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, werden die Uhren nachts von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Heißt eine Stunde mehr Schlaf und ab dann wieder mehr Licht am Morgen statt am Feierabend. Dein Thermostat freut sich auch – die Nachtabsenkung darf dann ruhig etwas früher greifen.
Unterm Strich bleibt es beim alten Prinzip: Nicht möglichst wenig heizen, sondern möglichst effizient. Ein Grad, ein bisschen Stoßlüften und ein freigeräumter Heizkörper sind keine Hexerei – aber genau die Dinge, die am Ende des Winters auf der Abrechnung sichtbar werden.