Garten im September: Was kann man jetzt noch pflanzen und säen?

Datum
5. September 2026
garten im september

Für viele Gartenbesitzer fühlt sich der September bereits wie das Ende der Gartensaison an. Die ersten Blätter verfärben sich, die Tage werden kürzer und viele Sommerblumen verabschieden sich langsam. Gleichzeitig hängt an den Obstbäumen noch reichlich Ernte und im Gemüsebeet gibt es Tomaten, Zucchini, Kürbisse und vieles mehr.

Doch der Garten macht im September keineswegs Pause.

Im Gegenteil: Jetzt ist noch einiges möglich. Manche Gemüsearten können direkt ins Beet gesät werden, Stauden und Gehölze lassen sich gut pflanzen und auch Blumenzwiebeln werden für das kommende Frühjahr vorbereitet.

Wer seinen Garten im September richtig nutzt, kann deshalb nicht nur noch in diesem Jahr ernten, sondern bereits die Grundlage für die nächste Gartensaison schaffen.

Warum der September ein guter Gartenmonat ist

Der September hat einen entscheidenden Vorteil: Der Boden ist nach dem Sommer noch warm, während die große Hitze normalerweise nachlässt. Das schafft für viele Pflanzen gute Bedingungen zum Anwachsen. Gleichzeitig ist die Verdunstung geringer als in den heißen Sommermonaten.

Der September gilt deshalb unter anderem als gute Pflanzzeit für Stauden, Gehölze, Bäume und Sträucher. Auch Blumenzwiebeln können jetzt beziehungsweise im Herbst in die Erde gebracht werden.

Im Gemüsebeet sieht es etwas anders aus. Hier kommt es stärker darauf an, wie schnell eine Pflanze wächst und wie frostempfindlich sie ist.

Wer jetzt noch aussät, sollte deshalb möglichst Sorten auswählen, die für Herbst oder Winter geeignet sind.

1. Feldsalat: Der Klassiker für Herbst und Winter

Wenn nach Tomaten, Zucchini oder anderen Sommergemüsen ein Beet frei wird, ist Feldsalat eine der interessantesten Möglichkeiten.

Feldsalat verträgt kühle Temperaturen und kann je nach Aussaatzeitpunkt und Sorte noch im Herbst oder später im Winter geerntet werden.

Für die klassische Herbstsaat ist allerdings der genaue Zeitpunkt wichtig. Eine aktuelle Empfehlung sieht die Aussaat im Beet von August bis etwa Mitte September vor. Bei späteren Aussaaten verschiebt sich die Ernte zunehmend ins nächste Jahr.

Das macht Feldsalat zu einem idealen Lückenfüller für abgeerntete Gemüsebeete.

Die kleinen Samen nur flach aussäen und anschließend gleichmäßig feucht halten. Gerade während der Keimung sollte der Boden nicht austrocknen.

Wer regelmäßig frischen Salat aus dem eigenen Garten holen möchte, sollte deshalb ruhig noch ein paar Reihen einplanen.

2. Spinat für Herbst und Winter aussäen

Auch Spinat kann im September noch interessant sein – allerdings sollte man auf die richtige Sorte achten.

Für die Aussaat im September eignen sich insbesondere robuste Herbst- und Wintersorten. Einige Sorten können bei entsprechenden Bedingungen noch im Herbst geerntet werden, andere überwintern und liefern später wieder frisches Grün.

Spinat ist außerdem relativ unkompliziert.

Ein tiefgründiger, humoser und ausreichend feuchter Boden ist ideal. Die Samen werden etwa zwei bis drei Zentimeter tief ausgesät. Bei sehr kühlen Bedingungen kann ein Vlies oder ein kleiner Folientunnel zusätzlichen Schutz bieten.

Gerade für Hobbygärtner ist Spinat deshalb eine schöne Möglichkeit, auch in der kühleren Jahreszeit noch etwas aus dem eigenen Beet zu ernten.

3. Asia-Salate: Schnell, robust und vielseitig

Mizuna, Blattsenf und andere Asia-Salate sind eine weitere interessante Möglichkeit für den September.

Viele dieser Sorten wachsen relativ schnell und kommen mit sinkenden Temperaturen gut zurecht. Im Freiland können bestimmte Asia-Salate noch bis Ende September ausgesät werden.

Ein weiterer Vorteil: Man muss nicht unbedingt auf ausgewachsene Salatköpfe warten.

Viele Sorten lassen sich bereits als Baby Leaf ernten. Damit eignen sie sich hervorragend für Salate, als Beilage oder für warme Gerichte aus der Pfanne.

Wer bisher noch keine Asia-Salate ausprobiert hat, kann den September deshalb für einen kleinen Versuch nutzen.

4. Radieschen als schnelle Herbstkultur

Auch Radieschen können im September noch eine Chance bekommen.

Sie gehören zu den schnell wachsenden Gemüsesorten und können deshalb als Lückenfüller dienen, wenn ein Beet nach der Sommerernte plötzlich frei geworden ist.

Für eine späte Aussaat sollte man allerdings geeignete frühe beziehungsweise herbsttaugliche Sorten wählen. Unter günstigen Bedingungen können Radieschen bereits wenige Wochen nach der Aussaat erntereif sein.

Der große Vorteil:

Man muss nicht monatelang auf die Ernte warten.

Gerade deshalb sind Radieschen für spontane freie Beetflächen interessant.

5. Steckzwiebeln und Knoblauch nicht vergessen

Der Herbst ist außerdem eine wichtige Zeit für Zwiebelgewächse.

Je nach Sorte und regionalen Bedingungen können Steckzwiebeln im Herbst gesetzt werden. Auch Knoblauch wird klassischerweise im Herbst gepflanzt. Er kann dann vor dem Winter Wurzeln bilden und im folgenden Jahr weiterwachsen.

Bei solchen Kulturen lohnt es sich besonders, auf die Empfehlungen für die jeweilige Sorte zu achten. Denn zwischen einzelnen Sorten und Regionen können die optimalen Pflanzzeiten durchaus unterschiedlich sein.

6. Winterpostelein für die kalte Jahreszeit

Eine weniger bekannte, aber interessante Möglichkeit ist Winterpostelein, auch Winterportulak genannt.

Die Pflanze kann ab September beziehungsweise im Herbst ausgesät werden und gehört zu den robusteren Blattgemüsen. Sie kann auch bei niedrigen Temperaturen weiterbestehen und liefert im Winter beziehungsweise zeitigen Frühjahr frische Blätter.

Wer gerne Neues ausprobiert, sollte diese eher unbekannte Gemüsepflanze deshalb einmal auf die Einkaufsliste setzen.

7. Stauden jetzt pflanzen

Der September ist nicht nur ein Monat für Gemüse.

Auch für Stauden kann jetzt eine gute Pflanzzeit beginnen. Der Boden ist noch warm und die Pflanzen haben bei ausreichender Feuchtigkeit Zeit, vor dem Winter Wurzeln zu bilden.

Das gilt beispielsweise für viele klassische Gartenstauden.

Nach dem Einsetzen sollte man vor allem auf eine ausreichende Wasserversorgung achten. Ein neu gepflanztes Gewächs kann zwar mit kühleren Temperaturen gut zurechtkommen, darf aber nicht bereits kurz nach dem Pflanzen austrocknen.

8. Blumenzwiebeln für den Frühling setzen

Wer sich im nächsten Frühjahr über Tulpen, Narzissen, Krokusse oder andere Zwiebelblumen freuen möchte, sollte den Herbst nicht vergessen.

Viele Frühjahrsblüher werden im Herbst gepflanzt. Der genaue Zeitpunkt hängt von der jeweiligen Art und den örtlichen Bedingungen ab.

Das Schöne daran:

Im Herbst verschwindet die Blumenzwiebel zunächst unspektakulär in der Erde. Monate später taucht daraus plötzlich der erste Farbtupfer des neuen Gartenjahres auf.

Gerade Krokusse, Narzissen und andere Frühblüher können einen Garten nach dem langen Winter erstaunlich schnell wieder zum Leben erwecken.

9. Auch kahle Stellen im Rasen lassen sich noch ausbessern

Wer im Sommer viel auf dem Rasen gespielt hat, häufig darüber gelaufen ist oder mit Trockenheit zu kämpfen hatte, kennt das Bild: kahle oder dünne Stellen im Grün.

Der September ist dafür ebenfalls interessant.

Bei ausreichend Feuchtigkeit und noch milden Temperaturen kann Rasensaat gute Bedingungen vorfinden. Vor der Nachsaat sollte der Boden entsprechend vorbereitet werden, damit das Saatgut guten Kontakt zur Erde bekommt.

Auch hier gilt allerdings: Das Wetter entscheidet mit.

Bei anhaltender Trockenheit muss regelmäßig bewässert werden. Gleichzeitig sollte man nicht gerade vor einer längeren Hitzeperiode nachsäen.

10. Was man im September lieber nicht mehr aussät

Nicht jede Gemüsesorte ist für einen Start im September geeignet.

Tomaten, Paprika, Gurken oder Zucchini brauchen deutlich mehr Wärme und Zeit, als der Herbst normalerweise noch zur Verfügung stellt. Bei diesen Pflanzen geht es im September eher darum, die bestehende Ernte möglichst lange zu nutzen und die Pflanzen vor den ersten kalten Nächten zu schützen.

Auch bei anderen Gemüsearten sollte man nicht einfach davon ausgehen, dass eine Aussaat im September noch funktioniert.

Je kürzer die verbleibende Vegetationszeit, desto wichtiger ist die Auswahl einer passenden Sorte.

Ein freies Beet muss nicht leer bleiben

Das ist vielleicht einer der interessantesten Gedanken für den September.

Wenn beispielsweise Kartoffeln, Zucchini oder frühe Salate geerntet wurden, muss die Fläche nicht bis zum nächsten Frühjahr leer bleiben.

Aus einer abgeernteten Fläche kann noch ein neues kleines Herbstbeet entstehen.

Ein paar Reihen Feldsalat.

Etwas Spinat.

Ein Versuch mit Asia-Salat.

Vielleicht noch ein paar Radieschen.

Damit wird aus einem scheinbar leeren Beet noch einmal eine kleine Erntefläche.

Und was ist mit Gründüngung?

Wenn ein Beet nicht mehr für Gemüse benötigt wird, kann auch eine Gründüngung sinnvoll sein.

Bestimmte Pflanzen werden dafür ausgesät, wachsen noch im Herbst und werden später in den Boden eingearbeitet oder dienen als Bodenbedeckung. Sie können dazu beitragen, den Boden zu schützen und organische Masse zu liefern.

Welche Gründüngung geeignet ist, hängt allerdings von Boden, Standort und der später geplanten Kultur ab.

Wer im nächsten Jahr an derselben Stelle beispielsweise wieder bestimmte Gemüsearten anbauen möchte, sollte deshalb auch die Fruchtfolge berücksichtigen.

Im September beginnt bereits die Vorbereitung auf das nächste Gartenjahr

Das macht den September zu einem besonderen Gartenmonat.

Einerseits wird noch geerntet.

Andererseits beginnt bereits die Vorbereitung auf den Winter und die kommende Saison.

Jetzt können Samen gesammelt, abgeerntete Beete aufgeräumt, Stauden gepflanzt und Blumenzwiebeln gesetzt werden. Gleichzeitig lassen sich mit Feldsalat, Spinat oder Asia-Salaten noch neue Kulturen starten.

Und natürlich sollte man die Wetterentwicklung im Auge behalten.

Denn September ist nicht überall gleich September.

In einer milden Region kann ein Gemüsebeet noch lange produktiv bleiben, während in höheren Lagen bereits deutlich früher mit kalten Nächten gerechnet werden muss.

Kleine September-Checkliste für den Garten

Wer in den nächsten Tagen durch den Garten geht, kann sich deshalb an dieser einfachen Liste orientieren:

Jetzt noch aussäen:

  • Feldsalat
  • Spinat, insbesondere geeignete Herbst- und Wintersorten
  • Asia-Salate
  • Radieschen
  • je nach Sorte weitere schnell wachsende Herbstkulturen

Jetzt pflanzen:

  • Stauden
  • geeignete Gehölze und Sträucher
  • Blumenzwiebeln für den Frühling
  • je nach Sorte Knoblauch und Steckzwiebeln

Außerdem erledigen:

  • abgeerntete Beete neu nutzen oder mit Gründüngung versehen
  • kahle Stellen im Rasen nachsäen
  • Samen für das nächste Jahr sammeln
  • empfindliche Pflanzen auf kühle Nächte vorbereiten
  • Obst und Gemüse ernten, einlagern oder haltbar machen

Der Garten ist im September noch lange nicht fertig

Der September ist deshalb keineswegs der Monat, in dem man den Spaten in die Ecke stellen und auf das Frühjahr warten sollte.

Im Gegenteil.

Wer jetzt pflanzt und sät, kann noch in diesem Herbst ernten – und gleichzeitig schon an den nächsten Frühling denken.

Und vielleicht ist genau das der besondere Reiz des Gartens: Während an einer Stelle noch die letzten Tomaten reifen, verschwinden an einer anderen bereits die ersten Blumenzwiebeln in der Erde.

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