3,4 Tassen Kaffee pro Tag – warum beim Espresso nicht nur die Maschine zählt

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Datum
8. Oktober 2026
kaffeemaschine zuerich

Schweizer Kaffeekonsum bleibt auf Spitzenniveau – gleichzeitig zeigt aktuelle Forschung, wie stark die Partikelverteilung des Mahlguts die Espresso-Extraktion beeinflusst

Zürich, Oktober 2026 – Die Schweiz gilt als ausgeprägte Kaffeenation: 2024 wurden hier durchschnittlich 1'237 Tassen Kaffee pro Person und Jahr konsumiert. Das entspricht rechnerisch rund 3,4 Tassen pro Tag. Die Berechnung von CafetierSuisse basiert auf internationalen Handelsdaten der International Coffee Organization und geht von sieben Gramm Kaffee pro Tasse aus. Damit zählt die Schweiz weiterhin zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Kaffeekonsum weltweit.

Bemerkenswert ist zugleich, welcher Kaffee bevorzugt wird. Eine 2024 veröffentlichte Deloitte-Studie mit 7'000 Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinkern aus 13 Ländern, darunter 1'000 Befragte in der Schweiz, kommt zu einem klaren Ergebnis: 46 Prozent der Schweizer Befragten bevorzugen Espresso. Dahinter folgen Cappuccino mit 37 Prozent und Milchkaffee mit 32 Prozent. Damit hat der Espresso in der Untersuchung den traditionell stark mit der Schweiz verbundenen Café Crème bei der Beliebtheit überholt.

Die Entwicklung ist interessant, weil Espresso technisch wesentlich stärker von der Zubereitung beeinflusst wird als es die geringe Menge in der Tasse vermuten lässt.

Der entscheidende Faktor ist nicht nur der Mahlgrad

Eine 2024 in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt. Die Forschenden untersuchten, welchen Einfluss die Partikelgrössenverteilung des gemahlenen Kaffees auf die Espresso-Extraktion hat.

Dabei geht es um Partikel, die kleiner als 100 Mikrometer sind und in der Forschung als „fines“ bezeichnet werden. Bei vergleichbarer mittlerer Mahlgrösse können unterschiedliche Mahltechnologien unterschiedliche Anteile solcher Feinpartikel erzeugen. Die Studie zeigte, dass ein höherer Anteil dieser feinen Partikel den Wasserfluss durch das Kaffeebett beeinflussen und die Extraktionszeit verlängern kann.

Damit wird eine verbreitete Vereinfachung sichtbar: „feiner“ oder „gröber“ allein beschreibt das Ergebnis eines Espressos nicht vollständig. Entscheidend ist auch, wie sich die verschiedenen Partikelgrössen innerhalb des Mahlguts verteilen.

Für die Praxis bedeutet das, dass zwei Kaffees mit ähnlicher mittlerer Mahlgrösse durchaus unterschiedlich extrahieren können. Die physikalische Struktur des Kaffeebetts beeinflusst, wie Wasser hindurchfliesst und welche Bestandteile des Kaffees während des Brühvorgangs gelöst werden.

Warum die Kaffeemühle technisch wichtiger ist, als viele denken

Bei der Espressozubereitung wird deshalb nicht einfach nur Kaffee „klein gemacht“. Der Mahlvorgang erzeugt eine komplexe Verteilung unterschiedlicher Partikelgrössen.

Das ist insbesondere deshalb relevant, weil Espresso unter vergleichsweise hohem Druck und mit einer relativ kurzen Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver zubereitet wird. Schon kleine Veränderungen in der Struktur des Kaffeebetts können deshalb den Durchfluss verändern.

Die Forschung verschiebt damit den Blick weg von der reinen Frage nach der Kaffeemaschine hin zu einem gesamten Zubereitungssystem aus Kaffee, Mahlgut, Wasserfluss und Extraktion. Das macht die Mühle zu einem technisch relevanten Teil des Brühprozesses und nicht lediglich zu einem Zubehörgerät.

Schweizer Kaffeekultur wird technischer

Dass diese Detailfragen zunehmend relevant werden, passt zu einem allgemeinen Wandel der Schweizer Kaffeekultur. Deloitte beschreibt die Schweiz inzwischen als internationalen Kaffeehub. Gleichzeitig zeigte die Untersuchung, dass sich das Konsumverhalten verändert: Steigende Preise führen dazu, dass Kaffee häufiger zu Hause zubereitet wird, während sich bei den bevorzugten Getränken ein deutlicher Trend zum Espresso zeigt.

Damit verlagert sich ein Teil der Kaffeequalität vom Café in die Küche. Für Konsumentinnen und Konsumenten wird es interessanter, nicht nur verschiedene Bohnen oder Röstungen zu unterscheiden, sondern auch zu verstehen, warum derselbe Kaffee unter unterschiedlichen Zubereitungsbedingungen unterschiedlich schmecken kann.

Die wissenschaftlichen Daten liefern dafür einen überraschend präzisen Ansatz: Zwischen Bohne und fertiger Tasse liegt ein physikalischer Prozess, bei dem selbst Partikel im Bereich von weniger als einem Zehntelmillimeter eine messbare Rolle spielen können.

Eine kleine Tasse, ein komplexer Prozess

Der Espresso ist in der Schweiz längst mehr als eine kleine Portion starken Kaffees. Die Kombination aus hoher Konsumhäufigkeit, wachsender Beliebtheit des Espressos und zunehmendem Interesse an der Zubereitung macht ihn zu einem besonders interessanten Beispiel dafür, wie Konsumkultur und Wissenschaft zusammenkommen.

Bei 1'237 Tassen pro Person und Jahr ist Kaffee für die Schweiz ein alltägliches Getränk. Dass gleichzeitig 46 Prozent der Befragten Espresso als bevorzugte Kaffeeform nennen, zeigt, wie stark sich die Trinkgewohnheiten verändert haben. Und die Forschung zu Partikelgrössen macht deutlich, dass hinter dieser kleinen Tasse weit mehr technische Komplexität steckt, als auf den ersten Blick sichtbar ist.

Pressekontakt

Espresso Racer Coffee Store GmbH
Sihlfeldstrasse 127
8004 Zürich, Schweiz
Tel. +41 (0)44 510 64 10
E-Mail: info@espressoracer.ch

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