Strom ummelden beim Umzug: Reihenfolge, Fristen - und der Fehler, der Geld kostet
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Beim Umzug denkst du an Kartons, Transporter und den Nachsendeauftrag - und der Strom läuft ja irgendwie weiter. Genau dieses "irgendwie" ist der Punkt: Strom läuft an der neuen Adresse tatsächlich automatisch weiter, aber zu Konditionen, die du dir nicht ausgesucht hast. Wer die Ummeldung schleifen lässt, zahlt schnell Monat für Monat drauf. Dabei ist die Sache in vier Schritten erledigt, wenn du die Reihenfolge kennst.
Ich sag es direkt: Wenn dein Umzug in sechs Wochen oder weniger ansteht, gehört dieses Thema auf die Liste für diese Woche - nicht auf die für "irgendwann vor dem Einzug". Warum ausgerechnet sechs Wochen, siehst du gleich.
Erst verstehen: Was mit deinem Stromvertrag beim Umzug passiert
Drei Dinge solltest du wissen, bevor du irgendetwas kündigst:
Erstens: Dein Stromvertrag zieht nicht automatisch mit. Er läuft auf die alte Lieferstelle - du musst deinem Anbieter den Umzug aktiv mitteilen. Die meisten Anbieter nehmen dich problemlos mit an die neue Adresse, manchmal allerdings zu einem anderen Preis.
Zweitens: Du hast beim Umzug ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht (§ 41b Energiewirtschaftsgesetz). Es greift, wenn dein Anbieter an der neuen Adresse nicht liefern kann oder dir dort andere Konditionen berechnen will - dann kommst du mit einer Frist von sechs Wochen aus dem Vertrag, egal wie lange er eigentlich noch läuft. Deshalb ist sechs Wochen vor dem Umzug der ideale Zeitpunkt, um aktiv zu werden.
Drittens: Ohne eigene Anmeldung landest du an der neuen Adresse automatisch beim örtlichen Grundversorger, sobald du das erste Mal Strom entnimmst. Du sitzt also nie im Dunkeln - aber die Grundversorgung ist fast überall einer der teuersten Tarife am Ort. Dazu unten mehr, das ist der Fehler aus der Überschrift.
Der Zeitplan: Wann du was erledigst
6 Wochen vorher - Entscheidung treffen. Prüfe deinen aktuellen Vertrag: Kann der Anbieter an der neuen Adresse zum gleichen Preis liefern? Dann reicht die Umzugsmeldung. Wird es teurer oder gibt es bessere Angebote: Sonderkündigungsrecht nutzen und neuen Anbieter für die neue Adresse abschließen. Ein Tarifvergleich kostet 15 Minuten und lohnt sich bei jedem Umzug - du brauchst dafür nur die neue Postleitzahl und deinen ungefähren Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung.
2 Wochen vorher - neuen Vertrag klarmachen. Der neue Anbieter braucht: neue Adresse, Einzugsdatum und idealerweise die Zählernummer der neuen Wohnung (steht auf dem Zähler oder im Übergabeprotokoll der Vormieter, notfalls beim Vermieter erfragen). Der Anbieterwechsel selbst läuft dann im Hintergrund - der neue Anbieter kündigt auf Wunsch sogar beim alten für dich.
Am Auszugstag - Zählerstand alt. Zählerstand ablesen, mit dem Handy fotografieren (Foto zeigt Zahl UND Zählernummer), Datum notieren. Dieser Wert ist die Basis deiner Schlussrechnung - ohne ihn schätzt der Anbieter, und Schätzungen fallen selten zu deinen Gunsten aus.
Am Einzugstag - Zählerstand neu. Gleiches Spiel in der neuen Wohnung: ablesen, fotografieren, dem neuen Anbieter (oder der Umzugsmeldung des alten) mitteilen. Ab diesem Stand zahlst du - alles davor geht auf die Vormieter.
Die Grundversorgungs-Falle: Der Fehler, der Geld kostet
Jetzt zum teuren Klassiker. Wer sich um nichts kümmert, wird an der neuen Adresse automatisch vom Grundversorger beliefert - rechtlich sauber, praktisch teuer. Die Grundversorgung liegt preislich fast immer deutlich über den Angeboten, die du mit 15 Minuten Vergleich bekommst. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt können da über das Jahr gerechnet mehrere Hundert Euro Unterschied zusammenkommen.
Das Tückische: Es fällt nicht auf. Der Strom fließt, die Abschläge werden abgebucht, und erst die Jahresabrechnung zeigt, was der Blindflug gekostet hat. Die Rettung ist zum Glück simpel - aus der Grundversorgung kommst du jederzeit mit zwei Wochen Kündigungsfrist raus. Wenn du also gerade merkst, dass du seit dem letzten Umzug beim Grundversorger gelandet bist: Das lässt sich diese Woche noch korrigieren.
Strom ist nicht allein: Die anderen Ummeldungen
Die Strom-Ummeldung ist Teil einer kleinen Kette, die bei jedem Umzug fällig wird - und die du am effizientesten in einem Rutsch abarbeitest, solange du die Unterlagen ohnehin auf dem Tisch hast. Zwei Stationen werden dabei besonders oft vergessen: Das Finanzamt braucht deine neue Adresse (sonst gehen Bescheide an die alte - wie die Meldung in wenigen Minuten funktioniert, zeigt der HeimNavi-Ratgeber zur Adressänderung beim Finanzamt nach dem Umzug). Und auch deine Konten wollen aktuell gehalten werden - der Beitrag zur Adressänderung bei der Bank liefert Plan und Brief-Vorlage dazu.
Häufige Fragen
Muss ich mich beim Umzug beim Stromanbieter ab- und neu anmelden? Du musst deinen Anbieter informieren - entweder als Umzugsmeldung (er beliefert dich an der neuen Adresse weiter) oder als Kündigung mit Neuabschluss. Nichts tun ist die einzige falsche Option, denn dann läufst du in die teure Grundversorgung.
Was passiert, wenn ich den Zählerstand nicht abgelesen habe? Dann schätzt der Anbieter deinen Verbrauch anhand von Vergleichswerten. Das kannst du zwar reklamieren, aber ohne eigenes Zählerstand-Foto fehlt dir das Beweismittel. Zwei Fotos am Umzugstag ersparen dir diese Diskussion komplett.
Kann ich meinen günstigen Alt-Vertrag mit in die neue Wohnung nehmen? Oft ja - frag deinen Anbieter nach einer Umzugsmitnahme zu unveränderten Konditionen. Will er an der neuen Adresse mehr Geld, greift dein Sonderkündigungsrecht mit sechs Wochen Frist, und du kannst frei neu wählen.
Wie lange dauert der Anbieterwechsel nach einem Umzug? Der Wechsel selbst ist gesetzlich auf wenige Werktage gedeckelt und läuft komplett im Hintergrund. Versorgungslücken gibt es dabei nicht - bis der neue Vertrag startet, springt automatisch die Grundversorgung ein.
Dein erster Schritt für heute
Hol dir deine letzte Stromabrechnung, notiere den Jahresverbrauch und leg dir einen Kalender-Eintrag "Strom: vergleichen + melden" auf diese Woche. 15 Minuten Vergleich, eine Umzugsmeldung oder Kündigung - und das Thema ist vor dem ersten Karton erledigt, statt dich ein Jahr lang auf der Abrechnung zu ärgern.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde redaktionell geplant und mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung geprüft.