Unbemerktes Zähneknirschen: Immer mehr Menschen in der Schweiz leiden an Bruxismus

Datum
11. September 2026
bei zaehneknirschen zu camic clinics in zuerich

Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung knirscht regelmässig mit den Zähnen – oft ohne es zu merken. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO registriert seit der Corona-Pandemie eine Zunahme der sogenannten Bruxismus-Fälle. Aufklärung und fachgerechte Therapien sind wichtig, um chronische Schmerzen und Zahnschäden zu vermeiden.

Uitikon Waldegg, 11. September 2026 – Wie aktuelle Beiträge im Gesundheitsbereich – unter anderem des Krankenversicherers SWICA – zeigen, knirscht in der Schweiz etwa ein Drittel der Bevölkerung mit den Zähnen. Dies geschieht vorwiegend im Schlaf, teilweise aber auch tagsüber. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO bestätigt in Fachbeiträgen, dass Bruxismus in der Bevölkerung weit verbreitet ist und Menschen aller Altersklassen betrifft. Da viele Betroffene unbewusst pressen oder knirschen, dürfte die Dunkelziffer laut Experten sogar noch höher liegen.

Zunahme seit der Pandemie

Nach Angaben der SSO hat die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Bruxismus in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. So bestätigt auch Prof. Jens Christoph Türp vom Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel (UZB) gegenüber der SSO, dass seit dem Ende des Corona-Lockdowns im Frühling 2020 vermehrt Patientinnen und Patienten mit Bruxismus oder Kiefergelenkbeschwerden behandelt werden. Als mögliche Ursache für das unbewusste Stressabbauen über die Kiefermuskulatur gelten psychische und soziale Belastungen, etwa Unsicherheit und Existenzängste.

Folgen für Zähne und Kiefer

Bleibt Zähneknirschen unbehandelt, kann es zu massiven Schäden kommen. Dazu zählen abgeschliffene Kauflächen und Risse im Zahnschmelz. Darüber hinaus führt die enorme Krafteinwirkung häufig zu schmerzhaften Verspannungen in Kopf, Nacken oder Schultern. In manchen Fällen tritt zudem Tinnitus auf. Zahnmediziner warnen, dass anhaltendes Knirschen zu einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) führen kann. Dabei verliert das Kiefergelenk seine natürliche Balance, was die muskulären und neurologischen Beschwerden weiter verschärft.

Individuelle Schienentherapie statt Apotheken-Lösung

Zur Behandlung setzen Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Regel auf massgefertigte Aufbissschienen. Vorab ist eine klinische Untersuchung von Zahnsubstanz, Bisslage und möglichen CMD-Anzeichen notwendig. Bei Bedarf wird die zahnmedizinische Behandlung interdisziplinär mit Physiotherapie ergänzt. Die SSO rät grundsätzlich von frei verkäuflichen Knirscherschienen aus Online-Shops oder Apotheken ab. Eine exakte, zahntechnische Anpassung ist für den Behandlungserfolg entscheidend – diese ist bei Standardlösungen nicht gegeben und kann im schlimmsten Fall Fehlstellungen begünstigen.

Kosten und Kostenübernahme

Die Kosten für eine professionell massgefertigte Aufbissschiene liegen in der Schweiz gemäss SSO üblicherweise zwischen 700 und 1300 Franken. Eine solche Schiene hat bei entsprechender Pflege eine Lebensdauer von rund zehn Jahren. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) beteiligt sich an der Behandlung, sofern ein krankhafter Zahnhartsubstanzverlust durch Bruxismus ärztlich nachgewiesen ist. Zudem übernehmen viele zahnärztliche Zusatzversicherungen die Kosten für die Schiene häufig vollständig oder zu einem grossen Teil.

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